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Asbest entfernen in Berlin

Asbestverdächtiges Dach, alte Eternit-Fassade oder Floor-Flex-Boden in Berlin? Nach Ihrer Anfrage prüfen wir, ob ein sachkundiger Asbest-Fachbetrieb (TRGS 519) in der Region Berlin verfügbar ist. Vorab finden Sie hier Kostenrahmen, Ablauf und den Entsorgungsweg vor Ort.

✓ Anfrage kostenlos und unverbindlich ✓ Weitergabe nur an Betriebe mit Sachkunde nach TRGS 519 ✓ Entsorgung & Behörde für Berlin genannt
Illustration: Einfamilienhaus der 1970er Jahre mit Welleternit-Dach, daneben eine Lupe über einer Dachplatte und ein Schild mit Haken-Symbol für die geprüfte Sanierung

Unverbindliche Anfrage — Fachbetrieb in Berlin

Schildern Sie kurz Ihr Anliegen (Asbest in Berlin). Wir suchen für Ihre Anfrage einen passenden, sachkundigen Asbest-Fachbetrieb (TRGS 519) in Ihrer Region und melden uns, sobald wir einen gefunden haben — kostenlos und unverbindlich. Eine Vermittlung können wir nicht garantieren; Sie entscheiden anschließend frei über jedes Angebot.

Ist in Ihrer Region ein passender Betrieb verfügbar, geht Ihre Anfrage an genau diesen einen Betrieb. Ist keiner verfügbar, sagen wir es Ihnen gleich auf der nächsten Seite, speichern Ihre Anfrage und löschen Ihre Kontaktdaten nach 14 Tagen, wenn sich bis dahin kein Betrieb findet. Mit E-Mail-Adresse bekommen Sie eine Bestätigung mit Ihrer Anfragenummer.

Ob Eternit-Dach auf dem Einfamilienhaus in Zehlendorf oder Fugendichtstoff an einem Plattenbau in Marzahn-Hellersdorf: In Berlin kann Asbest in Gebäuden der Baujahre 1950–1985 in zwei sehr unterschiedlichen Bauformen vorkommen. Nach Ihrer Anfrage prüfen wir, ob in Ihrer Region ein sachkundiger Asbest-Fachbetrieb (Sachkunde nach TRGS 519) verfügbar ist. Zum Ablauf gehören die Anzeige beim Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) und die fachgerechte Entsorgung über die Schadstoffannahmestellen der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR).

Was kostet Asbestentfernung in Berlin?

Was am Ende auf der Rechnung steht, hängt in Berlin stark davon ab, ob ein Eternit-Dach im Einfamilienhaus-Randgebiet oder eine Fassadensanierung an einem Plattenbau ansteht. In Berlin sind zwei Preisanker veröffentlicht: das kilogrammgenaue Entgelt der Berliner Stadtreinigung (BSR) für Asbestzement an ihren Schadstoffannahmestellen und die Container- und Big-Bag-Preise der Berlin Recycling GmbH. Die BSR nennt ihren Satz in zwei Kundeninformationen vom Januar 2025, eine für Privathaushalte, eine für Gewerbe. Für ein Berliner Dach gibt es keine belegte Gesamtsumme. Örtlich bekannt sind nur Entsorgungsposten: bei der BSR 1,50 € je Kilogramm Asbestzement, bei Berlin Recycling 196,00 € netto je 1-m³-Big-Bag mit Entsorgung. Was Ausbau, Gerüst und Transport kosten, steht in keiner Berliner Veröffentlichung.

Material / Leistung Einheit Preisspanne Quelle
Asbestzement-Dach (Eternit): Abbau und Entsorgung m² 30–150 € MyHammer Eternit: 30–50 €; MyHammer: 80–150 €
Asbestzement-Fassade m² 120–200 € MyHammer: 120–200 €
Bodenbelag (z. B. Floor-Flex-Platten) m² 60–130 € MyHammer: 60–130 €
Asbesthaltiger Bodenkleber m² 55–90 € MyHammer Eternit: 55–90 €
Putz, Spachtel, Fliesenkleber (innen) m² 60–130 € MyHammer: 60–130 €
Laboranalyse je Materialprobe Probe 50–150 € Labor CRB: 73,78 €; Labor GfS: 95 €; Asbestgutachten OWL: 50–150 €
Vor-Ort-Gutachten mit Probenahme pauschal 450–650 € Asbestgutachten OWL: 450–650 €
Freigabemessung (VDI 3492), wo vorgeschrieben pauschal 150–2.500 € MyHammer Eternit: 150–700 €; Asbestgutachten OWL: 1.500–2.500 €
Gerüst pauschal 500–2.000 € MyHammer: 500–2.000 €
Big Bag (Spezialsack) Stück 10–30 € MyHammer: 10–30 €
Deponiegebühr (drei Beispiele aus Baden-Württemberg, 2026) t 110–156,70 € Bodenseekreis: 110 €; Ortenaukreis: 135 €; Lkr. Tuttlingen: 156,70 €

Regional für Ihre Region: Die BSR berechnet für „Asbestzement (max. 80 × 80 cm, in Folie verpackt)“ 1,50 € je Kilogramm, inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer (Kundeninformation Januar 2025; die zugrunde liegende Abfallgebührensatzung gilt seit 01.01.2025). Aus Berliner Privathaushalten sind bis 20 kg je Abfallart und Tag gebührenfrei. Gewerbliche Anlieferer zahlen den Satz ohne Freimenge. Angenommen wird an sechs der 14 Recyclinghöfe, den Schadstoffannahmestellen. Einen Abfallschlüssel nennen die Listen nicht.

Orientierung aus Gebührenordnungen, Laborpreislisten und Handwerkerportalen (je Zeile genannt, abgerufen am 22.10.2026). Eine unabhängige Preisstatistik gibt es nicht. Maßgeblich für die Deponie ist die Satzung Ihres Kreises, verbindlich erst das Angebot.

Regional in Berlin: Die BSR-Listen lassen offen, ob die 1,50 € bei mehr als 20 kg für die gesamte Menge oder nur für den Überhang gelten. Die Anliefermenge ist auf 500 kg begrenzt. Gewerbe darf je Erzeuger und Jahr höchstens 500 kg liefern; darüber verweist die BSR an die Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin. Für größere Mengen veröffentlicht Berlin Recycling Pauschalen ohne Datumsangabe, netto je Leerung: Mulde 950,00 € (3 m³) bis 2.400,00 € (10 m³), Abrollcontainer 3.500,00 € (13 m³) und 5.000,00 € (22 m³). Die Selbstanlieferung im Sonderabfallzwischenlager nennt dort „Preis auf Anfrage“.

Quellen der regionalen Angaben: BSR – Kundeninformation Januar 2025: Gebühren/Entgelte für Abfälle aus Berliner Privathaushalten (inkl. Entgelte Schadstoffe) (abgerufen 23.10.2026) · BSR – Kundeninformation Januar 2025: Schadstoff-Kleinmengen aus Handel, Handwerk, Gewerbe und Dienstleistung (abgerufen 23.10.2026) · BSR – Kundeninformation Januar 2025: Annahmebedingungen der Recyclinghöfe (abgerufen 23.10.2026) · BSR – Abfallgebührensatzung (Neufassung, in Kraft seit 01.01.2025) (abgerufen 23.10.2026) · BSR – Schadstoffe richtig entsorgen (Standorte der sechs Schadstoffannahmestellen) (abgerufen 23.10.2026) · Berlin Recycling GmbH – Asbestentsorgung (Container-Pauschalpreise, Entsorgungsnachweis) (abgerufen 23.10.2026) · Berlin Recycling GmbH – Big Bag Entsorgung (Asbest 196,00 € netto) (abgerufen 23.10.2026) · Berlin Recycling GmbH – Asbest (Selbstanlieferung im SOLA, Preis auf Anfrage) (abgerufen 23.10.2026)

Ablauf einer Asbestsanierung in 6 Schritten

Vom ersten Verdacht bis zur abgeschlossenen Sanierung geben in Berlin die Anzeigefrist beim LAGetSi und die Terminlage der Fachbetriebe den Takt vor.

  1. Untersuchung Fachleute klären, ob und wo Asbest verbaut ist, und lassen Proben im Labor untersuchen; die Analyse kostet laut Laborpreislisten etwa 50–150 € je Probe.
  2. Planung & Anzeige Der Fachbetrieb ordnet die Arbeiten einem Risikobereich zu und zeigt sie spätestens eine Woche vor Beginn an — zuständig für Berlin: Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi), Referat I B – Arbeitsschutz am Bau. Für Abbruch braucht er eine Genehmigung.
  3. Schutzmaßnahmen je nach Material Asbestzement im Freien (Dach, Fassade) baut der Betrieb nach TRGS 519 zerstörungsfrei aus. Bei schwach gebundenem Asbest wie Spritzasbest wird der Bereich abgeschottet, mit Unterdruck und Schleuse.
  4. Ausbau nach geeignetem Verfahren Ausbau nach einem anerkannten emissionsarmen Verfahren (DGUV Information 201-012), wo es eines gibt, sonst nach den Schutzregeln der TRGS 519.
  5. Verpackung & Entsorgung Das Material wird staubdicht verpackt (Abfallschlüssel 17 06 05*) und über einen zugelassenen Entsorgungsweg entsorgt. Ansprechpartner für Berlin: Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR).
  6. Abschluss & Freigabe Nach Arbeiten an schwach gebundenem Asbest gibt eine Messstelle den Bereich erst frei, wenn die Raumluft nach VDI 3492 unter 500 Fasern/m³ liegt. Am Dach im Freien ist das in der Regel nicht vorgeschrieben.

Entsorgung & zuständige Behörde in Berlin

Asbest ist gefährlicher Abfall (Abfallschlüssel 17 06 05*, asbesthaltige Baustoffe) und darf ausschließlich über zugelassene Wege entsorgt werden. Für Berlin sind das konkret:

Entsorgung: Ansprechpartner und Annahme

Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Sechs BSR-Schadstoffannahmestellen: Recyclinghof Behmstraße 74 (10439), Brunsbütteler Damm 47 (13581), Gradestraße 73 (12347), Hegauer Weg 17 (14163), Nordring 5 (12681) und Oberspreestraße 109 (12555). Die übrigen acht der 14 Recyclinghöfe nehmen keine Schadstoffe an. Zusätzlich: Sonderabfallzwischenlager (SOLA) der Berlin Recycling, Freiheit 24-25, Einfahrt über Werkring 2, 13597 Berlin.

Asbestzement bis maximal 80 × 80 cm, in Folie verpackt, nehmen die Schadstoffannahmestellen von Berliner Privathaushalten an. Bis 20 kg je Abfallart und Tag ist das gebührenfrei, darüber gelten 1,50 € je Kilogramm inklusive Mehrwertsteuer (Kundeninformation Januar 2025). Die Anliefermenge ist auf 500 kg begrenzt. Das SOLA nimmt Asbest von Privatpersonen bis 2 Tonnen im Jahr montags bis freitags 7:00 bis 14:30 Uhr ohne Voranmeldung an, nur mit Kartenzahlung; der Preis wird dort „auf Anfrage“ genannt.

Gewerbliche Anlieferer dürfen an den Schadstoffannahmestellen je Erzeuger und Jahr höchstens 500 kg abgeben und zahlen 1,50 € je Kilogramm ohne Freimenge. Bei mehr Aufkommen verweist die BSR auf die Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin. Berlin Recycling liefert Asbestcontainer ab 3 m³ und Asbest-Big-Bags (1 m³ inklusive Entsorgung 196,00 € netto); Gewerbetreibende brauchen dort einen Sammel-, ab 20 Tonnen je Anfallstelle und Jahr einen Einzelentsorgungsnachweis.

Für größere Mengen und Gewerbe bietet die Berlin Recycling GmbH (von der BSR als Beteiligung geführt) Container, Big Bags und ein Sonderabfallzwischenlager an. Die BSR nimmt nur Asbestzement bis 80 × 80 cm an. Ausgeschlossen sind Abfälle mit karzinogenen Fasern, genannt werden lose gebundene Asbestfasern und künstliche Mineralfasern. Abfälle müssen in Berlin angefallen sein; wer außerhalb Berlins wohnt, weist die Herkunft mit dem Original-Personalausweis nach. Recyclinghöfe ohne Schadstoffannahme nehmen kein Asbest an, gemischte Bau- und Abbruchabfälle ebenfalls nicht.

Zur Entsorgungs-Info →

Anzeige durch den Fachbetrieb

Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi)
Referat I B – Arbeitsschutz am Bau
Turmstraße 21, 10559 Berlin
Tel. 030 902545-108

Tätigkeiten mit Asbest sind nach § 11a Abs. 4 GefStoffV spätestens eine Woche vor Beginn bei der zuständigen Behörde schriftlich oder elektronisch anzuzeigen. Im Bereich niedrigen oder mittleren Risikos erfolgt die Anzeige unternehmensbezogen – an die Behörde am Betriebssitz, bei Firmensitz in Berlin an das LAGetSi (E-Mail bau@lagetsi.berlin.de); im mittleren Risikobereich kommt eine ergänzende Anzeige von Ort und Zeit an die für die Baustelle zuständige Behörde hinzu. Im Bereich hohen Risikos ist objektbezogen anzuzeigen (mit Ort und Zeit der Arbeiten und Kopie der Zulassung). Die Formulare, auch als Online-Formular, stellt das LAGetSi auf seiner Formularseite zum Thema Gefahrstoffe bereit. Wer von der Frist begründet abweichen muss, meldet sich telefonisch beim Innendienst (030 902545-108) oder schickt die Anzeige per E-Mail an bau@lagetsi.berlin.de mit Begründung und der Bitte um Fristverkürzung. Persönlich erreichbar ist das Referat laut LAGetSi montags 13.00–15.00 Uhr und mittwochs 10.00–12.00 Uhr.

Zur Behörde →

Fachbetriebs-Zulassung

Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi)
Turmstraße 21, 10559 Berlin
Tel. 030 902545-108

Betriebe benötigen für Tätigkeiten mit Asbest im Bereich hohen Risikos eine Zulassung nach § 11a Abs. 3 i. V. m. Anhang I Nr. 3.4 GefStoffV; sie wird für höchstens sechs Jahre erteilt und kann mit Auflagen und Widerrufsvorbehalt verbunden sein. Laut LAGetSi braucht der Betrieb dafür die notwendige personelle und sicherheitstechnische Ausstattung, muss die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften gewährleisten und darf keine Bedenken gegen seine Zuverlässigkeit begründen; als Mindestausstattung nennt die Behörde eine sachkundige verantwortliche Person und zwei sachkundige aufsichtführende Personen sowie eine ausreichende Zahl fachkundiger Beschäftigter. Zulassungsanträge stellt man per E-Mail an bau@lagetsi.berlin.de. Für Abbrucharbeiten im Bereich niedrigen und mittleren Risikos ist eine Genehmigung nach § 11a Abs. 4a GefStoffV bis zum Ablauf des 19. Dezember 2026 nachzuweisen (§ 25 Abs. 9 GefStoffV). Das LAGetSi veröffentlicht eine Liste der Betriebe mit Zulassung oder Genehmigung.

Wichtig: Bei der BSR muss Asbestzement in Folie verpackt sein. Berlin Recycling verlangt für Container und Big Bags verschlossene, als Asbest gekennzeichnete Big Bags; beim SOLA muss das Material von Privatpersonen reißfest verpackt sein. Werfen Sie asbesthaltige Platten niemals in Hausmüll, Sperrmüll oder Bauschutt — das ist verboten, und unerlaubtes Beseitigen ist strafbar (§ 326 StGB).

Asbest im Gebäudebestand von Berlin

Berlins Baugeschichte ist zweigeteilt: Im Osten entstanden in der DDR-Zeit große, industriell gefertigte Plattenbau-Siedlungen wie in Marzahn und Hellersdorf, im Westen der Wiederaufbau der Nachkriegsjahrzehnte. In beiden Stadthälften kann Asbest in Gebäuden aus der Zeit vor dem Verbot 1993 verbaut sein. Typische Baujahre mit Asbest-Verdacht in der Region: 1950–1985.

In Berlin waren 1945 fast die Hälfte aller Gebäude zerstört, heute stammen etwa 40 % aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg; Ost-Berlin war ab 1949 de facto Hauptstadt der DDR, West-Berlin eng an die Bundesrepublik gebunden. Bei Gebäuden bis 1993 ist Asbest möglich: In Ost-Berliner Bauten aus der DDR-Zeit nennt das Umweltbundesamt Asbestzement („Baufanit“) in Fassaden-, Dach- und Balkonverkleidungen, in Plattenbauten kann auch asbesthaltige Fugenmasse vorkommen.

Wo Asbest in Berlin typischerweise sitzt

  • Asbesthaltiger Fugendichtstoff (Morinol) in Außenwandfugen, an Loggienanschlüssen und Fenstern von DDR-Plattenbauten der Serien P2 und WBS 70 kann etwa in Marzahn-Hellersdorf und Hohenschönhausen vorkommen
  • Eternit-Wellplatten können auf Dächern von Einfamilien-, Reihen- und Splittersiedlungshäusern der 1950er bis 1970er in West-Berliner Randlagen wie Zehlendorf, Rudow oder Frohnau vorkommen
  • Floor-Flex-Bodenbeläge (vor allem aus den 1960er Jahren) und asbesthaltiger Fliesenkleber können in Wohnungen und Kellern von Nachkriegs- und Umbauwohnungen sowie in sanierten Altbauten vorkommen, etwa in Neukölln, Wedding oder Lichtenberg
  • Brandschutz- und Rohrisolierungen mit Spritzasbest können in technischen Anlagen, Heizungskellern und Gewerbebauten ehemaliger Industriestandorte sowie in Großbauten vorkommen
Schnittzeichnung eines Einfamilienhauses der 1960er/70er Jahre mit fünf markierten Asbest-Fundstellen: Welldach, Fassadenverkleidung, Fensterbank, Kellerboden und Rohrisolierung im Heizungskeller
Fünf typische Fundstellen im Wohnhaus — im Bestand von Berlin vor allem bei Baujahren 1950–1985.

Stadtteile & Umland

Betroffen sind Gebäude in allen Stadtteilen — u. a. Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf und weitere Teilorte. In den Plattenbaugebieten von Marzahn-Hellersdorf und Teilen Lichtenbergs kann Asbest in Fugendichtstoffen und Fensterdichtungen der 1970er/80er vorkommen, während in den Einfamilienhausrandlagen von Steglitz-Zehlendorf, Spandau oder Reinickendorf Eternit-Dächer und -Fassaden der Nachkriegszeit möglich sind.

Faustregel: Verdacht — vor dem 31.10.1993 errichtete Gebäude können Asbest enthalten. Wie viele ältere Gebäude Asbest enthalten, ist nicht genau bekannt; das Bundesarbeitsministerium geht von „nahezu allen“ vor 1993 gebauten aus. Ob ein Gebäude asbestfrei ist, klärt nur eine Erkundung.

Speziell zum Eternitdach in Berlin →

Rechtslage 2025/2026 — was Eigentümer wissen müssen

Mit der GefStoffV-Novelle (in Kraft seit 2024-12-05, angepasst 2025-12-20) hat sich einiges geändert — vieles davon findet man bei anderen Anbietern noch gar nicht. Über die Einhaltung wacht für Berlin die zuständige Behörde, Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi); dort landet auch die Pflicht-Anzeige Ihres Fachbetriebs.

  • Ampel-Modell: Die GefStoffV ordnet Asbestarbeiten drei Risikobereichen zu (§ 11a Abs. 1 Nr. 5), die Überleitungshilfe zur TRGS 519 die einzelnen Tätigkeiten; feste Fasergrenzen nennt die Verordnung nicht. Vom Bereich hängt ab, was der Betrieb braucht: niedriges Risiko — unternehmensbezogene Anzeige, für Abbruch eine Genehmigung (§ 11a Abs. 4a); mittleres Risiko — ebenso, auf wechselnden Baustellen zusätzlich Ort, Beginn und Dauer (Anhang I Nr. 3.5); hohes Risiko — Zulassung des Betriebs (§ 11a Abs. 3), objektbezogene Anzeige (Anhang I Nr. 3.5), keine Instandhaltungsarbeiten (§ 11 Abs. 5).
  • Funktionale Instandhaltung: Nur zulässig, soweit damit keine Instandsetzung asbesthaltiger Materialien verbunden ist, keine Tätigkeiten im Bereich hohen Risikos anfallen und das Material seine Funktion noch erfüllt (§ 11 Abs. 2 Nr. 3 b, Abs. 5 GefStoffV). Die Regeln gelten auch für private Haushalte (§ 11 Abs. 7); einzelne Handgriffe wie Bohren nennt die Verordnung nicht.
  • Neue Infopflicht: Die Erkundungspflicht liegt bei den ausführenden Betrieben, nicht beim Bauherrn. Wer die Arbeiten veranlasst (Veranlasser, z. B. der Eigentümer als Auftraggeber), muss dem Betrieb jedoch vor Beginn das Baujahr (bei Baujahr 1993 bis 1996 das Datum des Baubeginns) und alle ihm vorliegenden Informationen zu vorhandenen oder vermuteten Gefahrstoffen schriftlich oder elektronisch übermitteln (§ 5a GefStoffV, neue Infopflicht).
  • Zulassung und Genehmigung: Eine Zulassung brauchen Fachbetriebe für Tätigkeiten im Bereich hohen Risikos (§ 11a Abs. 3 GefStoffV). Übergangsweise gilt die frühere Zulassungspflicht für Abbruch- und Sanierungsarbeiten fort, bis diese nach den technischen Regeln oder durch fachkundige Expositionsermittlung dem niedrigen oder mittleren Risiko zugeordnet sind (§ 25 Abs. 4). Seit 20.12.2025 brauchen sie zusätzlich eine Genehmigung, wenn sie Abbrucharbeiten im Bereich niedrigen oder mittleren Risikos ausführen (§ 11a Abs. 4a); nachzuweisen ist sie bis zum Ablauf des 19.12.2026 (§ 25 Abs. 9).
  • Anzeigepflicht: Die Anzeige ist Sache des Fachbetriebs: spätestens eine Woche vor Beginn bei der zuständigen Behörde, Umfang je nach Risikobereich (§ 11a Abs. 4 GefStoffV). Für Abbrucharbeiten braucht er zusätzlich eine Genehmigung.

Grundlage: TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe 519 – Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten), Zuletzt geändert am 28.02.2025; bis zur Anpassung an die neue GefStoffV gilt die Überleitungshilfe des Ausschusses für Gefahrstoffe. Wer asbesthaltige Abfälle unerlaubt beseitigt, macht sich strafbar (§ 326 StGB, bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe).

Ausführlich: Asbest-Gesetz 2025/2026 →

Häufige Fragen zur Asbestentfernung in Berlin

Woran erkenne ich, ob mein Dach Asbest enthält?
Sicher nur im Labor: Fachleute nehmen eine Materialprobe; die Analyse kostet laut Laborpreislisten etwa 50–150 € je Probe. Ein Anhaltspunkt ist das Baujahr: Wurde vor dem 31.10.1993 mit dem Bau begonnen, besteht Verdacht. Typische Fundorte sind Asbestzement-Wellplatten (Eternit) auf Dach und Fassade sowie Floor-Flex-Bodenplatten. Nehmen Sie keine Probe selbst; die Leitlinie der Bundesbehörden überlässt die Probenahme Fachkundigen.
Darf ich Asbest selbst entfernen?
Nicht in jedem Fall verboten: Die Gefahrstoffverordnung untersagt Tätigkeiten an Asbest grundsätzlich (§ 11 Abs. 1), nimmt aber etwa das vollständige Entfernen aus (§ 11 Abs. 2 Nr. 1). Das gilt auch im Privathaushalt, der Faserfreisetzung so weit wie möglich verhindern muss (§ 11 Abs. 7). Die Hamburger Arbeitsschutzbehörde nennt solche Arbeiten „nichts für Privatpersonen“; schwach gebundenen Asbest dürfen nach ihrer Auskunft nur zugelassene Firmen sanieren. Unser Rat: Fachbetrieb mit Sachkunde nach TRGS 519 beauftragen.
Wie viel kostet es, ein asbesthaltiges Dach entfernen zu lassen?
Für Abbau und Entsorgung von Asbestzement (Eternit) nennt das Portal MyHammer 30–50 €/m² auf der einen und 80–150 €/m² auf einer anderen Seite (Stand August 2026), dazu oft 500 bis 2.000 € für das Gerüst. Eine unabhängige Preisstatistik gibt es nicht; verbindlich ist erst ein Angebot nach Besichtigung.
Wo kann ich mein Asbest- bzw. Eternitdach entsorgen und was kostet das?
Asbest trägt den Abfallschlüssel 17 06 05* (gefährlicher Abfall) und darf nur über zugelassene Deponien oder Annahmestellen entsorgt werden, nie über Hausmüll, Sperrmüll oder Bauschutt. Die Gebühr legt der örtliche Entsorgungsträger fest; die Entgelte für Berlin stehen im Kostenabschnitt dieser Seite. Ansprechpartner für Asbestzement-Abfälle in Berlin: Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR). Annahmestelle: Sechs BSR-Schadstoffannahmestellen: Recyclinghof Behmstraße 74 (10439), Brunsbütteler Damm 47 (13581), Gradestraße 73 (12347), Hegauer Weg 17 (14163), Nordring 5 (12681) und Oberspreestraße 109 (12555). Die übrigen acht der 14 Recyclinghöfe nehmen keine Schadstoffe an. Zusätzlich: Sonderabfallzwischenlager (SOLA) der Berlin Recycling, Freiheit 24-25, Einfahrt über Werkring 2, 13597 Berlin.
Muss ich Asbestarbeiten bei einer Behörde anmelden?
Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, nein: Die Anzeige ist seine Sache (§ 11a Abs. 4 GefStoffV), spätestens eine Woche vor Beginn, Umfang je nach Risikobereich. Für Abbruch braucht er zusätzlich eine Genehmigung. Zuständig für Berlin: Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi), Turmstraße 21, 10559 Berlin.
Wie gefährlich ist Asbest wirklich?
Asbestfasern sind lungengängig und können Jahrzehnte nach der Einwirkung Erkrankungen auslösen. Fest gebundene Materialien wie Eternit setzen im intakten Zustand kaum Fasern frei; gefährlich wird es beim Brechen, Bohren oder Verwittern. Schwach gebundener Asbest (z. B. Spritzasbest) ist deutlich riskanter; nach seiner Sanierung wird die Raumluft nach VDI 3492 gemessen.
Gibt es eine Asbest-Abwrackprämie oder staatliche Förderung?
Nein. Eine „Asbest-Abwrackprämie“ existiert nicht — der Begriff geht auf eine Forderung der IG BAU zurück. Ein bundesweites Förderprogramm gibt es nicht. Als Handwerkerleistung mindern 20 % der Arbeitskosten die Einkommensteuer, höchstens um 1.200 € im Jahr (§ 35a Abs. 3 EStG); je nach Fall kommt stattdessen eine außergewöhnliche Belastung in Betracht, nicht beides für dieselben Kosten.
Wie läuft eine Asbestsanierung ab?
In sechs Schritten: Untersuchung durch Fachleute, Anzeige durch den Betrieb (eine Woche vorher), Schutzmaßnahmen je nach Material (Asbestzement außen nach TRGS 519, schwach gebundener Asbest abgeschottet mit Unterdruck), Ausbau nach geeignetem Verfahren, staubdichte Verpackung und Entsorgung, zuletzt bei schwach gebundenem Asbest die Freigabemessung nach VDI 3492.

Unverbindliche Anfrage — Fachbetrieb in Berlin

Schildern Sie kurz Ihr Anliegen (Asbest in Berlin). Wir suchen für Ihre Anfrage einen passenden, sachkundigen Asbest-Fachbetrieb (TRGS 519) in Ihrer Region und melden uns, sobald wir einen gefunden haben — kostenlos und unverbindlich. Eine Vermittlung können wir nicht garantieren; Sie entscheiden anschließend frei über jedes Angebot.

Ist in Ihrer Region ein passender Betrieb verfügbar, geht Ihre Anfrage an genau diesen einen Betrieb. Ist keiner verfügbar, sagen wir es Ihnen gleich auf der nächsten Seite, speichern Ihre Anfrage und löschen Ihre Kontaktdaten nach 14 Tagen, wenn sich bis dahin kein Betrieb findet. Mit E-Mail-Adresse bekommen Sie eine Bestätigung mit Ihrer Anfragenummer.

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